Meine Reise auf dem Eis begann nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einer leidenschaftlichen Entscheidung, die mein Leben für immer verändern sollte. Was als Neugierde in einem Schnupperkurs begann, wurde schnell zur bestimmenden Kraft meines Alltags. Auf dieser Seite nehme ich dich mit durch die Höhen und Tiefen meiner Karriere, von den ersten wackligen Versuchen bis zu den rasanten Weltcup-Rennen, und zeige dir, was es braucht, um als Skeleton-Athletin an die Weltspitze zu kommen.
Die ersten Schritte auf dem Eis
Alles startete mit einem Flyer des Bob- und Schlittensportverband Schweiz (BSS). Die Idee, mit dem Kopf voraus auf einem kleinen Schlitten einen Eiskanal hinunter zu rasen, faszinierte mich sofort. Ich meldete mich für einen Talenttag an, ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Die Atmosphäre der Geschwindigkeit und der puren Konzentration packte mich vom ersten Moment an. Es war dieses spezielle Gefühl, das mich nicht mehr losliess.
Die Entdeckung einer Leidenschaft
Mein erster Kontakt mit der legendären Eisbahn St. Moritz, der natürlichen Bobbahn, war überwältigend. Die historische Kulisse, das Knirschen des Eises unter den Spikes und die Ehrfurcht vor dieser traditionellen Sportstätte machten mir klar: Das ist mehr als nur ein Sport. Das ist eine Symbiose aus Mut, Technik und dem puren Element Eis. In St. Moritz habe ich den Respekt vor der Bahn gelernt, der bis heute die Grundlage jedes meiner Läufe ist.
Das erste Training
Die ersten Trainings waren eine Mischung aus Adrenalin und harter Arbeit. Es ging nicht darum, sofort schnell zu sein, sondern die Basics zu verinnerlichen:
- Der richtige Ansatz und Start aus den Blöcken
- Die minimale Gewichtsverlagerung in der Kurve
- Das Gefühl für den Schlitten unter mir
- Die mentale Vorbereitung vor jedem Übungslauf
Jede einzelne Fahrt war ein kleines Puzzle, das ich zusammensetzen musste. Die Unterstützung durch die Trainer des BSS war in dieser Phase entscheidend.
Vom Talent zum Nationalteam
Nach einer intensiven Aufbauphase und unzähligen Trainingsstunden kam der langersehnte Anruf. Die Aufnahme in das nationale Förderprogramm war die offizielle Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg war. Plötzlich gehörte ich zum erweiterten Kreis der besten Nachwuchsathleten des Landes und trainierte unter der Schirmherrschaft von Swiss Olympic.
Die Aufnahme ins Kader
Die offizielle Ernennung zum Mitglied des Schweizer Nationalteams war ein unvergesslicher Moment. Es bedeutete nicht nur Anerkennung, sondern auch eine neue Stufe der Verantwortung. Das Training wurde professioneller, der Zeitplan enger, und die Erwartungen an die Leistung stiegen. Ich war nun eine Repräsentantin des Schweizer Skeletonsports auf internationaler Ebene.
Erfahrungen im Weltcup
Mein Debüt im Weltcup war eine Erfahrung der Extreme. Der Druck, die Konkurrenz der weltbesten Athletinnen und die ungewohnten Bahnen in anderen Ländern waren eine enorme Herausforderung. Jedes Rennen war eine neue Lektion. Ich lernte, mich schnell an verschiedene Eisbeschaffenheiten und Kurvenprofile anzupassen. Diese ersten internationalen Rennen haben mich wettkampfhärter und taktisch klüger gemacht.
Grosse Momente & Podestplätze
Die harte Arbeit zahlte sich schliesslich aus. Die ersten Punkte im Weltcup waren ein Meilenstein, aber das Gefühl, sich erstmals unter die Besten zu fahren, ist unbeschreiblich. Besondere Bahnen wie Königssee in Deutschland, mit ihrer technischen Komplexität, wurden zu Schauplätzen intensiver Duelle und persönlicher Bestzeiten.
Mein erster Weltcup-Pokal
Der Tag, an dem ich meine erste Medaille im Weltcup gewann, bleibt unauslöschlich in meiner Erinnerung. Es war das Ergebnis von jahrelangem Training, mentaler Stärke und einem perfekt ausgeführten Rennen. Das Gefühl, auf dem Podium zu stehen und die Schweizer Fahne zu sehen, bestätigte jeden Opfergang und jede frühe Trainingsstunde. Es war ein Triumph für mein gesamtes Team.
Die Herausforderung der WM
Die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft ist ein Ziel, das jeden Athleten antreibt. Die WM ist ein einzigartiges Event, bei dem die Konzentration und der Druck nochmals eine andere Dimension annehmen. Meine erste Teilnahme war eine wertvolle Erfahrung, die mir zeigte, was es braucht, um in dieser absoluten Elite mithalten zu können. Es ist der Massstab, an dem ich mich heute messe.
Training & Mentale Vorbereitung
Hinter jeder Sekunde auf der Bahn liegen unzählige Stunden der Vorbereitung. Mein physisches Zuhause ist das Leistungszentrum Zürich, wo ich unter professionellsten Bedingungen an meiner Kraft, Explosivität und Stabilität arbeite. Ein typischer Trainingszyklus umfasst dabei viel mehr, als man denkt.
Körperliche Höchstleistung
Das Training im Leistungszentrum ist auf die spezifischen Anforderungen des Skeletons zugeschnitten. Der explosive Start entscheidet über Sekundenbruchteile, daher ist die Sprintkraft zentral. Die Rumpfstabilität muss extrem sein, um die enormen Kräfte in den Kurven zu kontrollieren. Jede Muskelgruppe wird gezielt trainiert, um den Körper auf die Belastungen von bis zum 5-fachen des eigenen Körpergewichts vorzubereiten.
Der Kopf macht den Unterschied
Auf hohem Niveau ist der mentale Faktor oft der entscheidende. Die Arbeit mit einem Schweizer Sportpsychologen ist für mich ebenso wichtig wie das körperliche Training. Wir arbeiten an Techniken zur Visualisierung der perfekten Fahrt, zum Umgang mit Wettkampfdruck und zur Aufrechterhaltung der Konzentration in jeder Millisekunde der Abfahrt. Ein klarer Kopf ist auf der Bahn der beste Verbündete.
Mein Leben neben der Bahn
Ein ausgeglichenes Leben ist essenziell, um im Sport langfristig erfolgreich zu sein. Die totale Fokussierung auf das Training führt nicht zum Ziel. Ich brauche geistigen Ausgleich, der mir hilft, abzuschalten und neue Energie zu tanken.
Leidenschaft für Strategie und Präzision
Mich fasziniert strategisches Denken in allen Formen. Ob beim klassischen Kartenspiel mit Freunden, wo es um Bluff und Taktik geht, oder die analytische Herangehensweise an Sportwetten – beides erfordert Präzision, Kalkül und das Lesen von Situationen. Diese Denkweise schult meinen Blick für Details und das Antizipieren von Entwicklungen, Fähigkeiten, die mir auch auf der Bahn zugutekommen. Die gleiche analytische Präzision, die ich für die Auswahl einer Wette oder einen Spielzug am Kartentisch aufbringe, wende ich auch bei der Analyse einer Bahnkurve an.
Engagement für junge Athleten
Es ist mir ein grosses Anliegen, etwas zurückzugeben. Ich besuche regelmässig Schulen und Sportclubs, um junge Menschen für den Skeletonsport zu begeistern und ihnen von meinem Weg zu erzählen. Zu sehen, wie die Augen der Kinder leuchten, wenn sie meinen Schlitten anfassen dürfen, erinnert mich an meine eigenen Anfänge und motiviert mich ungemein. Die Förderung des Nachwuchses ist die Zukunft unseres Sports in der Schweiz.
Der Blick nach vorn: Ziele & Träume
Jede abgeschlossene Saison ist nur eine Etappe auf einem langen Weg. Die erzielten Erfolge sind schön, aber sie sind vor allem Motivation, noch härter zu arbeiten und die nächsten Hürden zu nehmen. Meine Ambitionen sind klar und treiben mich jeden Tag an.
Die nächste Saison
Das unmittelbare Ziel ist immer die anstehende Weltcupsaison. Es geht darum, konstant gute Ergebnisse zu liefern, mich in der Weltrangliste zu verbessern und meine Bestzeiten auf den verschiedenen Bahnen zu knacken. Jede Saison bringt neue Konkurrentinnen und neue Herausforderungen mit sich, auf die ich mich mit meinem Team akribisch vorbereite.
Das ultimative Ziel
Der Traum eines jeden Leistungssportlers sind die Olympischen Spiele. Auch für mich ist die Teilnahme an den Winterspielen das ultimative Ziel, für das ich alles gebe. Der Gedanke, für die Schweiz in diesem grössten aller Sportwettkämpfe anzutreten, ist der mächtigste Antrieb, den es gibt. Dieser Traum ist der Nordstern, der meinen Weg auf dem Eis erleuchtet.
Jeder Meilenstein auf dieser Bahn bestärkt mich in meinem Weg und meiner Liebe zu diesem einzigartigen Sport, für den ich mein Herzblut gebe. Die Reise ist noch lange nicht zu Ende, und ich freue mich auf jede Kurve, die vor mir liegt.
